Chronik des Hauses

Bis 1962 war die Jugendarbeit der Kirchengemeinde auf nur zwei Räume im Gemeindehaus angewiesen. Durch die Ausweitung der Jugendarbeit wurden diese Räume schnell zu klein, so dass schon bald eine Lösung her musste. Der Gemeinde kam ein günstiger Umstand zu Hilfe: Der Bundeswehr-Standort Rheine, an dem 1959 etwa 500 Soldaten stationiert waren, sollte in den nächsten Jahren auf 4000 – 5000 Soldaten ausgeweitet werden, von denen 60 % evangelisch sein würden. Diese jungen Soldaten sollten möglichst stark in die Jugendkreise der Gemeinde einbezogen werden, so die Meinung des damaligen Presbyteriums. 
Durch die finanzielle Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Rheine und des Kreises Steinfurt konnte das Unternehmen „ein Jugendtreff für Rheine“ in Angriff genommen werden. 
Um die Räumlichkeiten im Gemeindeamt nicht zu verlieren, entwarfen zwei Architekten Pläne für einen Neubau, das August-Hermann-Francke-Haus, heute bekannt als das Jugendzentrum Jakobi. 
Außerdem baute man damals gleich den großen Gemeindesaal mit. Als dieser fertig gestellt war fand am 1. Juli 1962 die große Eröffnungsfeier des HoT (Haus der offenen Tür) statt. 

Mit seinen regelmäßig veranstalteten „Tanztees“ im Saal bei denen man bald auch nach draußen ausweichen musste, da so viele Menschen kamen, den vielen Besuchern im Treff, den Veranstaltungen rund um das Arbeitsfeld Jugendarbeit, folgte alsbald eine bessere Schallisolierung, um in den verschiedenen Räumen des Hauses auch zeitgleich arbeiten. kreativ werden, und quatschen konnte. Auch im Keller des Hauses wurde noch ein weiterer Gruppenraum eingerichtet. 

Von Anfang an wurde den Jugendlichen in einer relativ unverbindlichen Weise eine sinnvolle Gestaltung ihrer Freizeit angeboten: Kegeln, Sport, Tanzen, Kurse wie Kochen, Fotografieren usw. Die größeren Freizeitangebote in den Kasernen, vermehrt kommerzielle Angeboten in der Stadt Rheine, führten im Laufe der Zeit dazu, dass sich die Besucherstruktur im HoT änderte. Immer mehr jüngere Jugendliche und Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet kamen in den offenen Treff und nutzten die verschiedenen Angebote des Hauses. Immer wieder wurde das Angebot des Hauses erweitert und ergänzt. Manche dieser Angebote finden auch heute noch statt. Heute besuchen Kinder und Jugendliche aller Nationen und Religionen regelmäßig den offenen Treff des Jugendzentrums Jakobi, um Freunde zu treffen, zu kickern, Billard zu spielen, das Internet zu nutzen oder an den Gruppenangeboten des Hauses teilzunehmen. 

1989 wurde das gesamte Gebäude renoviert und die neuesten Standards in der Jugendarbeit berücksichtigt. Erst 2005 folgte der nächste große Umbau, bei dem das Dachgeschoss ausgebaut und isoliert wurde, so dass dort nun ein großer freundlicher Gruppenraum zur Verfügung steht. Außerdem wurde 2006 das Jugendcafé modernisiert. Mit dem Versetzen der Theke an einen zentralen Punkt in dem großen Raum, hellen Farben, angesagter Inneneinrichtung und viel Licht wurden beste Vorraussetzungen für weitere langjährige Arbeit geschaffen. Die nächsten Verschönerungsarbeiten wurden 2008 durchgeführt. Die Räume im ersten Obergeschoss erhielten allesamt einen frischen Anstrich, der in den meisten Räumen verlegte Teppichboden wurde rausgerissen und durch farbige Böden ersetzt, womit nun auch in den Gruppenräumen eine nette Atmosphäre geschaffen ist. 


Seit 1962 waren/sind acht LeiterInnen für das Haus zuständig: Günter Schanzmann, Juli 1962 - Oktober 1963  
Günter Bellingkrodt, November 1963 – August 1968 
Klaus Klatt, Oktober 1968 – März 1970  
Jürgen Hansen, April 1969 – März 1971 
Rita Grözinger, Oktober 1970 – Dezember 1976  
Klaus Kindermann, November 1976 – Mai 1981  
Harry-Horst Mielke, ab 1975 hauptamtlich im Haus tätig, Leitung April 1982 – 2003 Carsten Timpe, seit 01.01.2002 hauptamtlich im Haus tätig, Leitung seit 2003 

Außerdem haben seit Eröffnung der Einrichtung zahlreiche Hauptamtliche im Jugendzentrum Jakobi gearbeitet. 
Ute Hülsey 1978-1979,
Frauke Schulz-Hanke 1980-1982,
Marianne Loose seit 1981,
Maria Muhle 1982-1989, 
Annegret Hentrei 1990-1997,
Jörg Esslage 1998-1999, 
Alice Ewe 1999-2001,
Thorsten Zietz 2003-2007
und Eva Schneider seit 2008. 

(vgl. Chronik zum 150 jährigen bestehen der Kirchengemeinde, Christiane Joos-Koch, S. 257 ff)